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Samstag, 10. Juni 2017

FRÜHREIF?

Früchtchen

Du nennst mich ein Früchtchen und unreif sogar,
weil grünsplitternackt ich gerne rumhänge.
Doch nur ein paar Tage dann später im Jahr
wirfst für pralle Röte du dich ins Gedränge.


© Faro V.
8.6.2017



Sonntag, 4. Juni 2017

KANN PASSIEREN


Wortberührung

Du lässt dich ein auf das geles’ne Wort
und magst – im Kern erfasst – darin verweilen,
vergisst die Zeit und denkst dich an den Ort
des Schreibers*, um noch mehr mit ihm zu teilen.

Du öffnest ihm dein ungeschrieb’nes Buch,
vertraust ihm an die unberührten Seiten
und breitest vor ihm aus dein Seelentuch –
gewirkt mit sehnsuchtsroten Kostbarkeiten.

Du hoffst auf Resonanz, doch wie verhext
will sich nicht rühren, was dich so berührte.
Es war der Schreiber* nicht – es war sein Text,
der dich in deiner Fantasie verführte.


© Faro V.

* Es kann natürlich auch Schreiberin heißen :-)

Mittwoch, 31. Mai 2017

NEUNMAL DU


Du         
Du bist dem Wohlfühlbad entstiegen
und hüllst dich in ein weißes Tuch.
Du löschst vor Wänden, die verschwiegen,
das Licht und öffnest mir dein Buch.

Du drängst dich rücklings mir entgegen
und reibst dich heiß an meinem Leib.
Du biegst den Rücken und verwegen
hauchst du:„Nimm mich – dein Vollblutweib!“

Du legst mir deine feuchte Fährte
und lenkst mein Wollen tief ins Ziel.
Du weidest dich an meiner Härte
und pushst im Gegentakt ihr Spiel.

Du windest dich in meinen Fängen,
wirfst in den Nacken wild den Kopf.
Du schnellst zum Gipfel, saugst mein Drängen
und dann ... fass ich dich fest beim Schopf.

© Faro V.
24.4. – 28.4.2017

P.S. Ja – es brauchte genauso viele Tage wie Strophen, bis der Text sich in meinen Notizbuch wohlfühlte :-)

Dienstag, 16. Mai 2017

WEN(N) DIE DÜNEN RUFEN


Dünengräser

Dünengräser wiegen sich
im Gedankenwind am Morgen,
summen leis’ ein Lied für mich
und zerstreuen alle Sorgen.

 
Dünengräser recken sich
mittags Himmelsblau entgegen,
necken an der Nase dich,
küssen deine Haut verwegen.


Dünengräser neigen sich
vor der Abendsonne Röte,
löschen ’s Licht für dich und mich,
dass die Nacht sich nackt uns böte.


© Faro V. 
30.4.2017

Mittwoch, 29. März 2017

DIE NACHT


Die Nacht trägt deinen Namen


Die Nacht streift schwarzes Seidentuch
sanft über wache Augenlider,
verjagt der Unruh’ bösen Fluch
und will das Jetzt – und dies nicht bieder.

Sie spürt den Hunger dieser Stund’,
den Durst verschwieg’ner Spiegelwände,
sie legt ein Psst auf lauten Mund
und Fesseln um den Drang der Hände.

Die Nacht weht schwarzes Seidenhaar
entlang gespannter Spur zur Schwelle,
stellt ihre Macht – dort spielend – dar
und saugt die Lust aus jeder Zelle.


Sie dominiert, legt Tiefen frei
und sprengt ins Grenzenlos den Rahmen.
Ein explosiv finaler Schrei
gibt dieser Nacht heut’ deinen Namen.



© Faro V.

Sonntag, 26. März 2017

EIN LIEBESGEDICHT


Augenfeuer



Das Dunkel deines Blickes
entblößt die Tiefen meiner Seele.


Das Schließen deiner Lider
eröffnet Raum für meinen Traum.
 

Das Streicheln deiner Wimpern
malt Linienrot auf meine Adern.
 

Das Feuer deiner Augen
brennt Spuren tief in meine Haut.



© Faro V.