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Montag, 2. Oktober 2017

ICH BIN DANN MAL WEG

Die Fremde

Sie schreitet täglich durch die Bucht,
der wir das Nacktsein anvertrauen.
Es scheint, dass sie die Ruhe sucht
mit Augen, die zum Himmel schauen.

Ihr Gang tanzt Spuren in den Sand,
der Wind spielt mit des Stoffes Bahnen
von einem Hauch an Strandgewand
und lässt uns ihre Schönheit ahnen.

Sie hat die Blicke wohl gespürt
und sie auf eine Art gedeutet,
die ihren Weg zu uns hin führt
– für Fragen keine Zeit vergeudet.

Sie kniet sich nieder – hüllenlos –
und wandert wissend mit den Händen
zu deinem noch verschämten Schoß
und meinen überraschten Lenden.

Was sie uns in der Folge schenkt,
will ihr dann selbst von uns gefallen.
Als sich die Sonne schamrot senkt,
sind ’s  ihre Schreie, die verhallen.

Sie schreitet nie mehr durch die Bucht,
der wir das Nacktsein anvertrauen.
Mag sein, dass sie woanders sucht
mit Augen, die zum Himmel schauen.



© Faro V.


P.S.: Zu gerne hätte ich ja aus der Sicht des Leuchtturms geschrieben, aber das dreifache „sie“ – für die Fremde, die Beiden, die Eine der Beiden – hat sich einfach schlecht gelesen... und dann hat das Kopfkino aus der Wir-Perspektive ja auch noch (s)einen gewissen Reiz gehabt ;-)

Sonntag, 24. September 2017

EIN GEDANKE



Der alte Leuchtturm



Es bröckelt der Putz von einst schneeweißen Wänden.
Im Sturm knarrt bedrohlich sein altes Gerüst.
Doch müht er sich weiter, sein Streiflicht zu senden –

nie stellend die Frage, wie lang er ’s noch müsst’.


Sein Leuchtfeuerspiegel ist rostig und trübe
vom ewiglich währenden, salzigen Wind.
Wenn er nur ein einziges mal stehen bliebe,
verirrten sich die, die allein draußen sind.


So folgt er im Rhythmus sich brechender Wogen
geduldig und ernsthaft der täglichen Pflicht – 

verfolgend der Sonne verlässlichen Bogen
bis dereinst sein Feuer für immer verlischt.




 © Faro V.

Sonntag, 3. September 2017

SCHREIBFREUDE


Schüchtern schamlos
oder
Schamlos schüchtern



Du legst ein rotes Seidentuch
auf meine Schüchternheit der Augen,
verknotest seine Enden fest,
dass es mich nur noch ahnen lässt,
wozu nun deine Hände taugen
und sie mir schenken was ich such’.


Sie reißen mir den Stoff vom Leib –
gleich Resten meiner Scham und Scheu
und folgen meiner stummen Bitte,
zu stürmen meine heiße Mitte.
Ich geb’ mich auf, eh ich ’s bereu,
verwandelnd mich ins wilde Weib.


Ich lehn’ mich rücklings an die Wand,
ergreife gierig dich beim Schopf
und führ ihn dorthin, wo massiv
du augennah und zungentief
die Lust aufsaugst aus meinem Tropf –
bis Spasmen lösen ’s Augenband.


© Faro V.
P.S.
1. Aus der Sicht einer Frau: Das Ende einer zwar gewollten – doch zunächst schüchternen –  Annäherung.
2. Das Reimschema „abccba“ hat mir dabei besondere Freude bereitet

Dienstag, 29. August 2017

LESEFREUDE


Blüten mit Stil



Wenn auf ’s Papier gesäter Worte
das Licht der Augensonne scheint,
dann öffnet Phantasie die Pforte
zum Raum, in dem man fühlt – statt meint.

Es sprießt ein Keim aus jeder Zeile
und wächst zur Blüte dem heran,
der ohne Zwang und eitle Eile
Gedankenfrüchte ernten kann.




© Faro V.

Montag, 28. August 2017

VOLL UNTER DEM HALBEN MOND


Laue Nacht


Nach einem Tag voll Sonnenmacht,
an dem das Blau tief in uns drang,
lockt jetzt die laue Sommernacht
  uns sinnlich mit des Monds Gesang.

Der Durst der heißen Leiber ruft
die Lust auf unsre nackte Haut.
Lass uns betrinken bis die Luft
uns kühlt, wenn dann der Morgen graut.


copyright Faro V.

Sonntag, 23. Juli 2017

PROLOG


 Am Geländer



Du lehnst am Geländer – den Blick Richtung Meer
und saugst diesen Abend ins Tief deiner Lungen.
Du schließt deine Augen und flüsterst: „Komm’ her!“.
Dein Wunsch klingt in mir wie vom Winde gesungen.

Sein Spiel mit den Haaren entblößt deinen Hals,
den längs zarter Spur meine Lippen beschwören.
Sie schmecken die Vielfalt von Süße bis Salz
und spür’n wie die Poren sich daran betören.


Du lehnst dich zurück, formst das Kann nun zum Muss:
Dein Leib reibt und wiegt sich an meinem Verlangen,
zwei hungrige Münder verschmelzen zum Kuss
und Hände befrei’n was im Stoff noch gefangen.

Da streift uns der Lichtstrahl des Leuchtturms vom Strand
und weist uns den Weg in das Dunkel des Raumes.
Er wirft dort als Schatten ein Bild an die Wand:
ein Paar am Geländer – Beginn eines Traumes.


copyright Faro V. aus "Streiflicht - Erotische Gedichte"

 

Samstag, 22. Juli 2017

MANCHMAL ...

... muss man(n) aufräumen.
Und heute hatte ich Lust dazu. :-)